Global oder National – Wie sollte Umweltschutz angegangen werden?

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© Alexandra H. / pixelio.de

Deutschland diskutiert derzeit die Einführung einer CO2-Steuer. Meiner Ansicht nach ist die nur blinder Aktionismus nach den „Fridays for Future“-Demonstrationen, die durch die 16jährige Schwedin Greta Thunberg in Leben gerufen wurden. Deutschlands Anteil an den CO2-Emissionen 2015 lag bei 2,4 Prozent. Sicherlich ist dies immer noch viel. Aber zeigt es auch auf, dass nicht wir alleine uns dafür verantwortlich fühlen sollten und dieses Problem lösen können. China, USA und Indien produzierten 2015 fast die Hälfte der CO2-Emissionen weltweit. Sollte etwas gegen die CO2-Emissionen getan werden, geht dies nur in einer weltweiten und gemeinsamen Lösung. Das wäre sicherlich auch im Sinne von „Fridays for Future“!

Ausgeführt wird, dass die Menschen zum Sparen von Energie und Investitionen in neuere Technik angehalten werden sollen. Aber gerade die niedrigen Einkommen haben gar nicht die Möglichkeit, Investitionen in Photovoltaik oder neue Fahrzeuge zu tätigen. Das Geld ist einfach nicht da. Eine neue Photovoltaikanlage kostet mal schnell 10.000,00 Euro und mehr. Ein neues und umweltschonendes Fahrzeug noch mehr. Von monatlichen Belastungen, wie zum Beispiel die Miete einer Fahrzeugbatterie, möchte ich gar nicht reden. Stattdessen wird gerade dieser Personenkreis weiter mit Kosten belegt. Sicherlich, es wird eine Rückführung der eingenommenen Steuer ins Gespräch gebracht. Aber sind wir mal ehrlich: Deutschland ist nicht gerade dafür bekannt, dem Bürger was zurückzugeben. Schließlich zahlen wir auch immer noch den Soli, obwohl der eigentlich nicht mehr gebraucht wird. Als eine sinnvolle Maßnahme empfinde ich es daher nicht. 

Wie wäre es stattdessen mit der Bürgschaft des Staates für einen solchen Personenkreis, der aufgrund seiner Einkommenssituation kein entsprechendes Darlehen erhalten würde? Auch können Mieter nicht viel tun, um Vermieter dazu zu überreden Geld in das Haus zu stecken. Umziehen? Diesen Gedanken haben bestimmt viele. Aber muss auch erst einmal bezahlbarer Wohnraum gefunden werden. Viele sanierte und umweltschonendere Wohnungen sind für den „kleinen Mann“ nicht mehr bezahlbar. Nicht umsonst ist in Berlin derzeit die Diskussion um Enteignungen entbrannt. Eine Zwickmühle…

Anders sieht es bei dem Problem Plastik aus. Hier kann jeder, egal welches Einkommen erzielt wird, aktiv zur Verminderung des Plastikmülls beitragen. Die EU hat eine solche Steuer bereits angeregt, die aber von Deutschland abgelehnt worden ist, da man sich nicht für die durch Plastik verschmutzte Meere verantwortlich fühlt. Diese Verschmutzung wird eher durch Länder erzeugt, die kein gutes oder gar kein Müllentsorgungssystem haben. Dies mag stimmen. Deutschland produziert etwa 220 KG Verpackungsmüll pro Kopf und Jahr. Der europäische Durchschnitt liegt aber nur bei etwa 170 KG pro Kopf und Jahr. Davon lässt sich zirka die Hälfte den privaten Verbrauchern zuschreiben. Aber jeder, wirklich jeder, kann etwas zur Vermeidung von Plastik- bzw. Verpackungsmüll beitragen – unabhängig vom Geldbeutel. Wären Plastikprodukte wesentlich teurer als gleichwertige Produkte aus umweltschonendem Material, wer würde dann noch zum Plastik greifen?   

Meine anfängliche Argumentation zum CO2 kann sicherlich auch auf die Plastiksteuer angewandt werden. Es geht mir aber in erster Linie auch darum, die Menschen mitzunehmen auf den Weg in eine bessere Umwelt – die wir dringend brauchen. Und da liegt der Unterschied zwischen einer CO2-Steuer und einer Plastiksteuer. 

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